Gewährleistung und Garantie

Vielleicht kommt Ihnen folgende Aussage bekannt vor: „Inklusive 2 Jahre Garantie!“ Mit diesem vermeintlichen Zusatzangebot wollen viele Hersteller / Verkäufer von der Qualität ihrer Produkte überzeugen oder sogar einen höheren Kaufpreis rechtfertigen. Schließlich würde Ihnen ja „großzügig“ die Ware repariert oder ausgetauscht werden, sollte diese defekt sein.

Lassen Sie sich davon aber nicht in die Irre führen! Jeder Kaufvertrag unterliegt dem gesetzlichen Gewährleistungsrecht, das gegenüber Verbrauchern niemals ausgeschlossen werden kann; auch nicht „im Kleingedruckten“.

Sie haben 2 Jahre einen gesetzlichen Anspruch darauf, dass ein Produkt den vertraglich vereinbarten Eigenschaften entspricht. Sollte dies nicht der Fall sein, liegt ein Mangel vor und Sie können Ihr Gewährleistungsrecht in Anspruch nehmen. Ihr Vertragspartner muss dann unentgeltlich das Produkt reparieren oder austauschen. Weigert er sich, können Sie eine Preisreduktion oder die Rückabwicklung des Vertrages verlangen.

Die letzte Gesetzesänderung hat eine bedeutende Verbesserung der Rechtsposition von Verbrauchern gebracht: Kommt es zum Streit über die Mangelhaftigkeit eines Produktes, gilt nun für ein Jahr lang die gesetzliche Vermutung, dass der Mangel schon zum Zeitpunkt der Übergabe vorhanden war. Bei alter Rechtslage betrug diese Vermutungsfrist nur 6 Monate. Das bedeutet, dass der Hersteller oder Verkäufer zumindest für 1 Jahr in der schlechteren Position ist. Er muss beweisen, wann dieser Mangel entstanden ist.

Manchmal aber umfasst der Kaufvertrag als Nebenabrede tatsächlich auch eine echte Garantie, die über die Gewährleistungspflicht hinausgeht. So kann ein Hersteller etwa die Gewährleistungsfrist von 2 Jahren verlängern (niemals verkürzen!) oder aber zusichern, auch für solche Mängel einzustehen, die tatsächlich erst nach der Übergabe auftreten. Bei der Garantie ist es dem Unternehmer / Verkäufer freigestellt, wie weitreichend er die Garantie ausgestaltet. Hier kommt es darauf an, was vertraglich vereinbart wurde. Ein Beispiel dafür ist oftmals die bekannte „Werksgarantie“.

Sowohl bei Gewährleistung als auch Garantie sind aber bestimmte Fristen einzuhalten, nach Ablauf dieser könnten Sie Ihre Rechte nicht mehr geltend machen. Oftmals versuchen Unternehmen Sie zu vertrösten und auf Zeit zu spielen, um so ihre Pflichten zu umgehen. Sollte sich der Verkäufer also uneinsichtig zeigen, lassen Sie sich frühzeitig von einem Anwalt unserer Kanzlei beraten.

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30-06-2022